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Kultur und Gesellschaft

Im griechischen Gesundheitssystem genießen, ähnlich wie in Großbritannien, alle griechischen und ausländischen Bürger, die in Griechenland tätig sind, einen staatlichen Versicherungsschutz. Der Arzt kann wählen zwischen dem Dienst im öffentlichen Bereich oder einer Privatpraxis; beide Varianten zusammen sind nicht möglich. Die Versorgung kann in zwei Kategorien eingeteilt werden:

Die primäre Versorgung der staatlichen Versicherung, wobei hier ungleiche Verhältnisse bei den ärztlichen Dienstleistungen in Städten, städtischen Randgebieten und ländlichen Bezirken bestehen. In den städtischen Zentren ist die primäre staatliche ärztliche Versorgung deutlich besser als auf dem Land, weil es gut organisierte Ärztehäuser gibt, die von den Versicherten aller Bereiche zwecks ihrer Behandlung aufgesucht werden. Die sekundäre private Versorgung, wie man sie gewöhnlich in Privatpraxen sowie den Hauptstädten der Regierungsbezirke und in den Städten der größeren Inseln findet. Die von zahlreichen Touristen in Anspruch genommene ärztliche Versorgung der Inseln wird hauptsächlich von einzelnen, frei praktizierenden Ärzten, von privaten Gesundheitszentren mit meist sehr guter Facharztausstattung, sowie von Landärzten wahrgenommen.

Teilweise ist sogar in Notfällen kein Vorzeigen des persönlichen Krankenheftes notwendig, wenn der Patient nicht stationär behandelt wird. Dies gilt für alle Personen, die sich in Griechenland aufhalten.

Neben der staatlich organisierten Feuerwehr gibt es die Vereinigung der Volontäre (ESEPA) vergleichbar mit der Freiwilligen Feuerwehr hierzulande. Die geringe Bevölkerungsdichte und die vielen Inseln wirken sich fatal bei Waldbränden im Sommer aus, die oft auf grob fahrlässigem Abflämmen der abgeernteten Felder begüstigt durch die heißen Wüstenwinde aus der Sahel-Zone ausgelöst werden. Die griech. Luftstreitkräfte verfügen über die größte Flotte von Feuerlöschflugzeugen in der EU.

In Griechenland finden sich viele Zeugnisse klassischer Architektur. Gebäude wie der Parthenon oder das Theater von Epidauros geben einen guten Eindruck von der Qualität antiken Bauens. Diese wurden zum Vorbild des Klassizismus im 19. Jahrhundert, der in Griechenland von großer Bedeutung war. Architekten wie Theophil Hansen oder Ernst Ziller prägten die Städte mit großen öffentlichen Bauten, allem voran die Architektur Athens. Ausnahme ist der ebenfalls für den Klassizismus bekannte Karl Friedrich Schinkel, er wählt beim Bau der Augenklinik eine byzantinische Formensprache.

Die griechische Moderne gilt als eine der ältesten in Europa. Als Patroklos Karantinos, Schüler Auguste Perrets, den CIAM Kongress 1933 in Athen organisierte, konnte Griechenland über eine bedeutende Anzahl an Zeugnissen der Moderne aufweisen. Die hier verabschiedete Charta von Athen wurde zum Fanal der Moderne. Walter Gropius oder Eero Saarinen griffen in Ihren Projekten in Athen auch subtil auf Proportionen der Antike zurück. Einen städtebaulichen Impuls brachten die olympischen Spiele 2004, allem voran die Sportstätten und Brücken des Architekten Santiago Calatrava.

Die Architektur der Kykladen ist durch kubische Formen geprägt, deren blau-weiße, verschachtelte Wohnhäuser und Kirchen zum Markenzeichen Griechenlands wurden. Regional von Bedeutung sind ferner fränkisch oder osmanisch geprägte Altstädte. Die Ionischen Inseln sind venezianisch geprägt, auf Kreta stellt das Kamara-Haus eine traditionelle Bauform dar. Bedeutende gotische Bauten finden sich nur auf dem Dodekanes, allem voran die Altstadt von Rhodos.

Die griechische Sprache ist mit Abstand die wichtigste gesprochene Sprache in Griechenland und wird in der Version der Dimotiki gesprochen und gelehrt. Von Bedeutung ist ferner das Altgriechische, welches Pflichtfach an Schulen ist, und (in einer jüngeren Form, der Koine) noch im Gottesdienst der griechisch-orthodoxen Kirche benutzt wird. Regional werden von Minderheiten Türkisch oder slawische Dialekte gesprochen. Englisch und Französisch sind die beliebtesten Fremdsprachen, seit 2004 ist Griechenland auch Mitglied der Francophonie. Seit den 1990er Jahren ist Griechenland ein beliebtes Emigrationsziel und somit sind auch Sprecher weiterer Sprachen zahlreich vorhanden, wie Albanisch, Bulgarisch oder Russisch.

Hauptartikel: Griechische Literatur

Hauptartikel: Griechische Musik

Hauptartikel: Griechische Küche

Unter dem Kontext der Olympischen Spiele der Antike hat die Olympische Bewegung von Anfang an in Griechenland viele Anhänger gefunden, so dass Athen 1896 erster Austragungsort wurde, zehn Jahre später folgte sogar die Zwischenolympiade als Jubiläumsveranstaltung. Seit 1936 wird die Olympische Flamme in Olympia entzündet und in einen Fackellauf zum Austragungsort gebracht. 2004 wurden zum dritten Mal Olympische Sommerspiele in Athen ausgetragen.

Beliebte Publikumssportarten in Griechenland sind Basketball und Fußball. Zweiterer hat seine Rolle durch den Gewinn der EM 2004 gestärkt. Eine weitere beliebte Sportart ist Wasserball.

Laut Artikel 4 Absatz 7 der griechischen Verfassung werden „griechischen Staatsbürgern (...) Adelstitel oder Rangbezeichnungen weder verliehen noch anerkannt“. Jedoch werden Adelstitel im Zusammenhang mit historischen Personen weiterhin erwähnt.

2006 hatten 18,3 Prozent der griechischen Haushalte Internet. Bereits 2004 erzielten Zeitschriften brutto erstmals höhere Werbeeinnahmen als Fernsehsender - inzwischen sind es rund 42 Prozent aller Werbeetats (978 Millionen Euro), deutlich mehr als TV und Zeitungen. Die hoch verschuldete Verlagsbranche wird von ausländischen Investoren konsolidiert.

Das griechische Bildungssystem untergliedert sich grob wie vergleichbare Bildungssysteme in europäischen und nordamerikanischen Staaten in Vorschul-, Schul-, Berufs- und Hochschulbildung.

In Griechenland stehen für die Vorschulbildung (Alter bis 6 Jahre) Kindergärten und Horte zur Verfügung: Im Jahr 1991 besuchten 135.014 Kinder 5.529 Horte und 8.377 Kindergärten. 2001 besuchten 143.401 Kinder 5.715 Horte und 11.461 Kindergärten. Ein Besuch dieser Einrichtungen ist freiwillig.

Artikel 16 Absatz 3 der griechischen Verfassung von 1975 legt eine neunjährige Schulpflicht, beginnend mit dem 5.Lebensjahr, fest. Die Schulausbildung muss kostenlos sein. Während der griechischen Militärdiktatur von 1967 bis 1974 hielt die Junta-Regierung eine sechsjährige Schulpflicht für zureichend.

Das gegenwärtige griechische Schulsystem unterscheidet drei Formen von Schulen: das Dimotiko Scholio (Klasse 1 bis 6), das Gymnasio (Klasse 7 bis 9) und das Lykio (Klasse 10-12). Im Gegensatz zum deutschen Schulsystem existieren keine parallelen Schulformen, alle Kinder besuchen die gleiche Schulform. Das Dimotiko Scholio - kurz Dimotiko umfasst die Klassen 1 bis 6 für die 6 bis 12-jährigen Kinder. Das Dimotiko entspricht im Vergleich zum deutschen Schulsystem der Primarstufe plus der ersten beiden Jahre der Sekundarstufe I. Dem Dimotiko folgt für alle Schüler das Gymnasio., eine dreijährige Schulform (Klasse 7 bis 9), die für alle Kinder entsprechend der neunjährigen Schulpflicht obligatorisch ist. Das griechische Bildungssystem fasst Dimotiko und Gymnasio als Grundausbildung zusammen. 1991 gab es 7.526 Schulen der Grundausbildung (Dimotiko und Gymnasio) mit 784.707 Schülern und 42.991 Lehrern.National Statistical Service of Greece (EYSE): Greece in Figures 2007. Piräus 2007. S. 10.</ref> 2001 gab es 5.753 Schulen mit 639.865 Schülern und 58.376 Lehrern.

Nach Abschluss des Gymnasio mit der 9. Klasse kann die Schullaufbahn freiwillig fortgesetzt werden: die nachfolgende Schule ist das Lykio, welches über 3 Jahre läuft (Klasse 10 bis Klasse 12). Das Lykio entspricht der Sekundarstufe II bzw. der gymnasialen Oberstufe des deutschen Schulsystems. Die zeitweilig seit den 1980er Jahren vorhandenen technischen Ausrichtungen des Lykio sind 1998 wieder abgeschafft worden: das Lykio ist seitdem wieder eine einheitliche Schulform. In der dritten Klasse des Lykio wählen die Schüler einen von fünf Wahlpflichtbereichen aus, der mehrere Fächer beinhaltet. Die Wahlpflichtfachkombinationen führen dabei jeweils zu unterschiedlichen Hochschulausbildungen: der erste zu einer Technischen Hochschule und/oder Universität, der zweite zu einer Medizinischen Hochschule bzw. Fakultät, der dritte zu einer philosophischen oder juristischen Hochschulbildung, der vierte zur sozialwissenschaftlichen Hochschulausbildung und der fünfte führt zu einer technischen Hochschule (entsprechend deutscher Fachhochschule). 1991 besuchten 870.235 Schüler 3.604 Schulen des Typs Lykio, 2001 besuchten 693.323 Schüler 3.968 Schulen des Typs Lykio.

Griechenland verfügt über Universitäten (Panepistimio) und Technische Hochschulen (TEI, am ehesten mit einer deutschen Fachhochschule vergleichbar). Die Hochschulen sind dabei ausnahmslos in staatlicher Hand unter Verwaltung des Bildungsministeriums in Athen. Private Universitäten sind nach Artikel 16 Absatz 8 der griechischen Verfassung von 1975 verboten. Die Ausbildung an einer griechischen Hochschule ist kostenfrei; Bedürftige haben Anspruch auf staatliche Unterstützung.

Der Zugang zur Hochschulbildung ist ausschließlich über eine griechenlandweit abgehaltene zentrale Eingangsprüfung möglich. Voraussetzung für die Teilnahme an dieser Prüfung ist der erfolgreiche Abschluss der Sekundarstufe II des griechischen Primärbildungssystems, des Lykios (Lyzeum). Diese jährlich im späten Frühjahr und Anfang des Sommers stattfindende zentrale Zulassungsprüfung ist jedes Jahr dominierendes Thema in der griechischen Öffentlichkeit, einschließlich Politik und Massenmedien. Die Veröffentlichung von Listen der Zugelassenen pro Studiengang und Ort in überregionalen Tageszeitungen ist die Regel, Sondersendungen im Radio und Fernsehen ebenfalls. In weiten Teilen der griechischen Gesellschaft gilt die Zukunft des Kindes als ungesichert wenn nicht sogar ruiniert, wenn die Eingangsprüfung zur Hochschulbildung nicht bestanden wird. Lediglich 18% der Prüflinge bestehen die Universitätseingangsprüfung, bezieht man die Prüflinge ein, die einen Platz für einen dreijährigen Studiengang an einer technischen Hochschule (TEI) erhalten, steigt der Anteil der erfolgreichen Absolventen auf ca. 35%. Die Anzahl der Studienplätze pro Studiengang und Ort wird vom griechischen Bildungsministerium für alle Hochschulen in Griechenland festgelegt. Die hieraus resultierenden Prüfungsanforderungen werden somit mittelbar (oder unmittelbar) ebenfalls vom Bildungsministerium griechenlandweit festgelegt. Analog dem deutschen ZVS-Zulassungsverfahren in seiner bundesweiten Ausführung werden ausschließlich nach Prüfungsergebnis Studiengang und Studienort festgelegt. In den 1980er Jahren wurden die Anforderungen der Prüfungen vermindert: beispielsweise wurde auch die Bedingung des erfolgreichen Bestehens des Lyzeums wurde abgeschafft. Diese Abschaffung erfolgte in der Absicht, die Zugangschancen zur Hochschulbildung zu verbessern. Folge dieser Maßnahme war, dass Ende der 1980er Jahre lediglich 50% der Prüfungskandidaten erfolgreich das Lyzeum (Sekundarstufe II) abgeschlossen hatten und damit der Stellenwert der „griechischen Sekundarstufe II“ weiter gesenkt wurde.

Die regionale Verteilung der Hochschuleinrichtungen ist inhomogen und entspricht annähernd der Bevölkerungsdichte. Der Ballungsraum Athen-Piräus verfügt über 8 universitäre Einrichtungen und 2 technische Hochschulen (TEI). Jede weitere Verwaltungsregion Griechenlands hat eine universitäre Einrichtung. Der Ballungsraum Thessaloniki und Zentralmakedonien verfügen über zwei Universitäten, darunter die größte in Griechenland (Aristoteles-Universität Thessaloniki), Kreta hat mehrere universitäre Einrichtungen, die Universität Kreta und die Technische Universität Kreta. Die Verwaltungsregion Peloponnes hat keine Universität: für die Studenten auf der Peloponnes ist Patras die nächstgelegene universitäre Bildungseinrichtung. Die TEI sind mit einer Einrichtung pro Verwaltungsregion vertreten; im Gegensatz zu den Universitäten ist die Standortverteilung durch Filialenbildung in der Fläche besser. In einem Einzelfall wurde die Auslagerung von Fakultäten und Instituten auch auf universitärem Niveau betrieben: die pädagogische Fakultät der Aristoteles-Universität Thessaloniki ist in Teilen nach Florina ausgelagert. Im Ballungsraum Athen-Piräus ist das Universitätssystem in unterschiedliche Schwerpunktuniversitäten differenziert: Nationale und Technische Universität, Pantion Universität für Soziale und Politische Wissenschaften, Harokopio Universität für Nationale Wirtschaft sind Beispiele hierfür. In anderen Regionen Griechenlands fehlt diese Differenzierung. Im Jahr 2005 verfügte Griechenland über insgesamt 21 universitäre Hochschulen mit 171.967 Studenten und 11.575 Personen im Lehrpersonal (ohne weitere Aufschlüsselung). Im Jahr 1991 waren 115.464 Studenten und 9.124 Personen im Lehrpersonal an universitären Bildungseinrichtungen tätig.National Statistical Service of Greece (EYSE): Greece in Figures 2007. Piräus 2007. S. 10.</ref> 75 Einrichtungen konnten 2005 den TEI zugerechnet werden: sie hatten 147.715 Studenten und 12.021 Lehrkräfte (ohne Differenzierung).National Statistical Service of Greece (EYSE): Greece in Figures 2007. Piräus 2007. S. 10.</ref> 1991 gab es 77 Einrichtungen der TEI mit 55.559 Studenten und 5.693 Lehrkräften (ohne weitere Differenzierung).National Statistical Service of Greece (EYSE): Greece in Figures 2007. Piräus 2007. S. 10.</ref>

Die Studierendenzahlen sind in etwa analog der Bevölkerungsdichte verteilt: In Athen einschl. Piräus studierten 1991-1992 über 54.000 Studenten an acht Universitäten und über 30.000 Studeten an TEI (Fachhochschulen). In Thessaloniki inkl. des TEI in Serres studierten über 53.000 Studenten an zwei Universitäten und knapp 16.000 Studenten an TEI. Im Vergleich hierzu studierten beispielsweise nur knapp 7.900 Studenten an einer Universität in Westgriechenland (Patras), ca. 5.800 Studenten an einer Universität in Epirus (Ioannina) und etwas mehr als 5.000 Studenten an der Universität für Ostmakedonien-Thrakien in Alexandroupolis . Die Universität der Ionischen Inseln hatte 1991-1992 lediglich 419 Studenten, die Universität in Thessalien (Larisa) 705 Studenten. Die Gesamtzahl der an Universitäten studierenden Personen in Griechenland betrug für den gleichen Zeitraum 117.980; an TEI studierten 79.974 Personen. 2001 studierten an den Universitäten 148.772 Menschen, an den TEI 87.797 Menschen; 63.000 Menschen studierten im Ausland.

Die TEI wurden erst Anfang der 1980er Jahre per Gesetz 1404/1983 unter der Regierung Andreas Papandreou eingeführt. Die zuvor bestehenden technischen Bildungseinrichtungen KATEE wurden durch die TEI abgelöst. Die KATEE, als Bildungseinrichtungen mit nur bedingtem Hochschulcharakter, fanden in der griechischen Bevölkerung mit ihrer Bevorzugung einer universitären Hochschulbildung keine Akzeptanz. Die Einführung der TEI hatte bezogen auf die zukünftigen Arbeitsmarktchancen ihrer Absolventen nicht die erhoffte oder beobachtete Wirkungen wie beispielsweise die Einführung der Fachhochschulen in der Bundesrepublik Deutschland: in Griechenland stieg die Arbeitslosenquote der Hochschulabsolventen in den 1980er Jahren an.

Das Mißverhältnis zwischen Angebot von Studienplätzen und der erheblich höheren Nachfrage wird von ökonomischer Seite auf die Bestimmungen des Artikel 16 der griechischen Verfassung zurückgeführt, welcher eine kostenlose Universitätsbildung und ein Verbot privater Hochschulen vorschreibt. Nach Psacharopoulos führe die Verstaatlichung des Bildungssystems samt Beamtentums bei den Lehrkräften zu einem Mangel an Wettbewerb. Außerdem müssen die kostenlosen Studiumsleistungen im Rahmen der Volkswirtschaft erwirtschaftet werden. Der gleiche Kritiker weist aber auch darauf hin, dass Griechenland nur die Hälfte an Finanzmitteln pro Studierenden im Vergleich zum OECD-Durchschnitt ausgibt (in kaufkraftkonstanten Preisen bemessen). Diese „relative Unterfinanzierung“ besteht auch im Vergleich zum Durchschnitt der EU-Staaten. Nach einer OECD-Statistik von 2001 wendet Griechenland pro Student 4.157 USD auf (zum Vergleich: Schweden 13.224 USD, Niederlande 10.757 USD, Deutschland 9.481 USD, EU-Durchschnitt 9.063 USD) Bemerkenswert ist die Arbeitslosigkeit bei Menschen mit Hochschulbildung unter 24 Jahren (nach Daten von Eurostat, 2000): 28,8% in Griechenland gegenüber 12,8% im EU-Durchschnitt. Hierbei ist allerdings nicht eindeutig geklärt, ob diese Personen das Studium abgeschlossen haben und ob die staatliche Planung der Studienplätze und Studiengänge dafür verantwortlich ist. Ein Hinweis auf eine „Fehlplanung“ ergibt sich am Beispiel des Studiengangs Informatik: 2001 richtete das Bildungsministerium 125 Studienplätze in diesem Studiengang bei 20.824 Bewerbern ein. Indikativ für eine Fehlsteuerung durch die hochrestriktive Vergabe von Studienplätzen und Studienorten ist dabei die Beobachtung, dass lediglich 15% der Studenten im Studiengang Informatik dies auch studieren wollten. Auffallend ist auch, dass Griechenland, gemessen an seiner Bevölkerung, den höchsten Anteil an Studierenden im Ausland hat: 5.257 im Ausland Studierende pro 1 Million Einwohner gibt es in Griechenland (zum Vergleich: Deutschland 637, Japan 499, Indien 47, Malaysia 1777, Frankreich 827; Daten nach OECD 2002). Dabei wird als besonders negativ gewertet, dass viele der im Ausland Studierenden nicht nach Griechenland zurückkehren, wenn sie ihr Studium erfolgreich abgeschlossen haben.

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