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Bevölkerung

In Norwegen trennt der Gebirgszug der Skanden den schmalen humid geprägten Küstenstreifen im Westen vom kontinental geprägten Klima im Osten.

Norwegens Westküste hat für diese nördliche Breite ein ausgesprochen mildes und feuchtes Klima. Der Grund dafür ist der Golfstrom, der relativ warmes Wasser aus niederen Breiten bis weit nach Norden strömen lässt. Die Küste bleibt deshalb auch den gesamten Winter über weitgehend eisfrei, und die mildernde Wirkung des Meeres ist – bedingt durch auflandige Winde – auch in den Lufttemperaturen (ca. −5 °C bis +2 °C) zu spüren.

Die vom Meer aufgenommene Feuchtigkeit regnet an der Westseite der Gebirge ab. So zählt die Stadt Bergen zu den regenreichsten Städten in Europa. Im Lee der Gebirge sind die Niederschlagsmengen eher gering. Die Niederschlagsmenge nimmt von Süden nach Norden ab und ist entlang des gesamten Küstenstreifens im Mai deutlich geringer als im Herbst.

Je weiter man ins Landesinnere kommt, um so stärker ist das Klima kontinental geprägt. Die Niederschläge nehmen ab, die Temperaturen sind im Sommer höher, im Winter dagegen deutlich niedriger. Die Temperaturamplitude ist hier also wesentlich ausgeprägter als jene an der vom Golfstrom beeinflussten Westküste.

Die Bevölkerung des Landes verteilt sich mit 75 % auf die größeren Städte und 25% auf die ländlichen Gebiete. Dabei ist signifikant, dass die Bevölkerungsdichte ein erhebliches Gefälle zwischen den relativ dicht besiedelten südlichen und westlichen Küsten- und küstennahen Regionen und dem deutlich dünner besiedelten Norden des Landes aufweist. Im Gegensatz zu Finnland und vor allem Schweden, wo weite Gegenden der nördlichen fylkes nahezu unbesiedelt sind, ist dies aber in Norwegen nicht so auffällig. Außerhalb der Nationalparks gibt es kleinere Siedlungen. Neben dem relativ moderaten Nord-Süd-Gefälle zeigt sich ein deutlicheres Gefälle zwischen den stärker besiedelten Küstenregionen und dem Landesinneren mit kaum bewohntem Hochland und teilweise sehr dicht besiedelten Tälern.

Neben Oslo (550.000 Einwohner) hat Norwegen vier weitere Städte mit mehr als 100.000 Einwohnern; das sind Bergen, Trondheim, Stavanger und Bærum.

Seit Beginn des 20. Jahrhunderts hat sich die Bevölkerung des Landes mehr als verdoppelt: von 2,21 Millionen (1900) auf 4,77 Millionen (2008). Momentan steigt die Einwohnerzahl um ca. 56.000 Menschen pro Jahr (Stand: 2008). Neben einer der höchsten Geburtenraten Europas ist auch der Zuzug ausländischer Arbeitskräfte und deren Familien sowie zunehmend auch der von wohlhabenden ausländischen Pensionären für dieses Wachstum verantwortlich.

91,1 % der Bevölkerung sind Norweger in dem Sinne, dass mindestens ein Elternteil in Norwegen geboren wurde. Dazu zählen auch die Minderheiten der ca. 40.000 Samen und ca. 10.000 Finnen (Kvener).

Am 1. Januar 2007 wohnten 415.000 Einwanderer in Norwegen, worunter Menschen verstanden werden, deren Elternteile beide im Ausland geboren wurden. Ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung betrug 8,9 %. Die Einwanderer verteilen sich nach den folgenden Herkunftsländern:

  • Pakistan (28.278 Personen), 0,6 % der Gesamtbevölkerung;
  • Schweden (24.527), 0,5 %;
  • Irak (21.418), 0,5 %;
  • Somalia (19.656), 0,4 %;
  • Dänemark (19.090), 0,4 %;
  • Polen (18.834), 0,4 %;
  • Vietnam (18.783), 0,4 %;
  • Bosnien und Herzegowina (15.667), 0,3 %;
  • Iran (14.662), 0,3 %;
  • Türkei (14.546), 0,3 %;
  • Deutschland (14.467) 0,3 %;
  • Sri Lanka (12.757) 0,3 %.

(Stand jeweils: 1. Januar 2007)

Nach Angaben des staatlichen Statistischen Zentralbüros in Oslo waren im November 2007 insgesamt 42.000 Menschen als arbeitslos registriert, das entsprach einer Arbeitslosenquote von 2,5 %. Diese liegt weit unter dem Durchschnitt der EU- und OECD-Länder. Im Verhältnis zum November 2006 (2,9 %) sank die Quote in Norwegen um 0,4 Prozentpunkte. Mit einer Quote von 5,6 % (August 2007) sind die Einwanderer von der Arbeitslosigkeit überdurchschnittlich stark betroffen. Wachstumsbranchen sind derzeit vor allem der Bereich finanzielle Dienstleistungen sowie der gesamte Gesundheits- und Sozialsektor. Auch die Bauwirtschaft wächst derzeit überproportional.

Norwegen weist aktuell, vor allem in den oben genannten Branchen, einen erheblichen Fachkräftemangel auf. Um diesen Mangel zu beheben, werden gezielt EU-Ausländer als Gastarbeiter angeworben. Um die Attraktivität für ausländische Arbeitnehmer zu steigern, gewährt der norwegische Staat zahlreiche Starthilfen und finanzielle Anreize in den ersten 24 Monaten.

Es gibt eine evangelisch-lutherische Staatskirche. Oberhaupt der protestantischen Staatskirche ist der König. Alle Einwohner Norwegens haben seit 1851 das Recht, ihre Religion frei auszuüben. Rund zehn Prozent nehmen regelmäßig an Gottesdiensten oder anderen religiösen Veranstaltungen teil. Verteilung nach Religionen:

  • Mitglieder der lutherischen Staatskirche: 84,9 %
  • andere Protestanten: 3,5 %
  • Moslems: 1,6 %
  • Katholiken: 1,0  %
  • Buddhisten: 0,2 %
  • ohne Religion: 8,5 %

Stand: 1. Januar 2006

Im Jahr 2007 lebten in Norwegen etwa 2000 Juden. (siehe Hauptartikel: Geschichte der Juden in Norwegen)

Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Norwegen aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.