Norwegen besaß laut HDI-Rang in den Jahren 2001 bis 2006 den höchsten Lebensstandard der Welt, aktuell (2007) belegt das Land hinter Island Platz 2. Das Pro-Kopf-Einkommen in Norwegen ist eines der höchsten, ebenso das Kindergeld. Im Vergleich mit dem durchschnittlichen Bruttoinlandsprodukt (BIP) pro Kopf der EU (EU25=100) erreicht Norwegen 2005 einen Index von 169.
Die wichtigste Energiequelle der Gewerbebetriebe und Privathaushalte in Norwegen stellt die elektrische Energie dar. Diese Energie ist mit 45 bis 55 Øre pro kWh (6 bis 7 ct)(Stand Jan.2007) (im Vergleich zu Deutschland etwa 18,69 ct pro kWh) für den Endverbraucher sehr günstig. Der Grund hierfür liegt in der Art der Energiegewinnung: nahezu der gesamte Strombedarf (zirka 98 %) in Norwegen wird durch heimische Wasserkraftwerke gedeckt . Im gesamten Land existieren weder Atom- noch Kohlekraftwerke. Auch das von Norwegen geförderte Erdöl und Erdgas wird nicht für die Energiegewinnung im eigenen Land eingesetzt.
Die Nutzung der Wasserkraft hat von jeher in Norwegen Tradition und war Grundlage der Industrialisierung des Landes. Auf einfache Wassermühlen, Hammerwerke u. ä. folgten wassergetriebene Generatoren zur Gewinnung elektrischer Energie. Um in der stark zerklüfteten Landschaft Norwegens eine flächendeckende Energieversorgung mit Elektrizität zu schaffen, wurden dezentral kleine und große Wasserkraftwerke errichtet, die ihr näheres Umfeld mit Energie versorgten. Diese kleingliederige Struktur ist noch heute in Norwegen erhalten: es gibt unzählige kleinere und größere, private und öffentliche, lokale und staatliche Energieversorger.
Als Folge der relativ niedrigen Endverbraucherpreise ist der Stromkonsum in Norwegen allgegenwärtig. Der Energieverbrauch liegt weit über dem Durchschnitt der OECD-Länder, der Stromverbrauch ist mit 23.200 kWh pro Kopf gar der höchste weltweit. Einer der Hauptgründe hierfür ist, dass die Mehrheit der Gebäude mit Strom geheizt wird. Es ist vielerorts selbstverständlich, dass das Licht in Räumen brennt, die über Stunden und Tage nicht genutzt werden. In einigen öffentlichen Gebäuden sind nicht einmal Lichtschalter vorhanden. Die oft angeführte Begründung lautet, dass Wasserkraft eine saubere Energiequelle sei und es genügend Wasser gäbe, jedoch auch nicht ohne Bedenken..
Norwegen ist der weltweit dreizehntgrößte Förderer von Erdöl mit etwa 3% der Welterdölförderung (Stand 2008). Die Erdölförderung erreichte ihr Maximum im Jahre 2001 und nimmt jedes Jahr mit etwa 4% ab. 2007 wurden 148 Mio. Sm Erdöl gefördert. Die verbleibenden Reserven betrugen 2007 noch 1,3 Mrd. Sm. Die abnehmende Erdölförderung wird gegenwärtig durch eine erhöhte Erdgasförderung ersetzt.
Die hohen Weltmarktpreise für Öl, die starke Förderung und die vergleichsweise geringe Bevölkerung tragen zu Norwegens sehr hohem Pro-Kopf-Einkommen bei. Die Norweger haben jedoch erkannt, dass Ölreserven, die voraussichtlich nur noch einige Jahrzehnte reichen, und das bestehende sehr engmaschige soziale Netz, das teuer ist, gleichzeitig aber langfristig gesichert werden soll, eine besondere Strategie für die Zukunft erfordern, wenn der Wohlstand Norwegens dauerhaft gesichert werden soll. Daher wurde 1990 ein besonderes Investmentkonzept entwickelt: der Ölfonds. In diesem werden die enormen Erträge aus dem Ölexport angelegt. Dies geschieht ausschließlich auf ausländischen Märkten, um ein Überhitzen der inländischen Wirtschaft und eine Aufwertung der norwegischen Krone zu verhindern. Der staatlich geführte Ölfond Statens pensjonsfond soll so eine Rücklage bilden für die Zeit, in der die Ölreserven zur Neige gehen. Bislang wurden ca. 244 Milliarden Euro (1939 Mrd. NOK) im norwegischen Ölfonds angelegt (Stand 30. Juni 2007) . Dies entspricht einem Betrag von ca. 52.000 Euro pro Norweger. Aufgrund des anhaltend hohen Ölpreises ist zu erwarten, dass dieses Vermögen in Zukunft noch stark anwachsen wird. Die Prognose aus dem bereinigten Budget 2007 geht von ca. 350 Milliarden Euro (2829 Mrd. NOK) bis zum Jahr 2010 und von ca. 539 Milliarden Euro (4 351 Mrd. NOK) bis zum Jahr 2015 aus . Seit dem 1. Januar 2006 trägt der Ölfonds den offiziellen Namen Staatlicher Pensionsfonds.
Der Internet-Browser Opera kommt aus Norwegen. Qt Software, der Entwickler der Qt-Softwarebibliothek, ist ebenfalls in Norwegen ansässig. Auch der Antivirensoftwarehersteller Norman hat seinen Firmensitz in Norwegen.
Die eindrucksvolle Natur Norwegens lockt jedes Jahr tausende von Touristen nach Norwegen. Das Nordkap und der Geirangerfjord gehören zu den meistbesuchten Touristenattraktionen des Landes; auch die traditionelle Postschifflinie entlang der Westküste, die Hurtigruten, hat sich zu einem Touristenmagneten entwickelt.
Wer von Oslo aus nach Bergen, also an die Westküste fährt, durchquert die Provinz Telemark. Von den Straßen oder der Strecke der Bergenbahn, die Höhen von mehr als 1.000 Meter über dem Meeresspiegel erreichen, lassen sich dort selbst im Hochsommer die schneebedeckten Gipfel in wenigen Metern Entfernung betrachten. Neben dem bekannten Holmenkollen mit seinen Skisprungschanzen und dem Olympia-Ort Lillehammer weist Norwegen, das als die Wiege des Skilaufes gilt, viele attraktive Skigebiete auf.
Der nördlich von Dombås gelegenen Hochgebirgspark Dovrefjell, mit dem 2286 m hohen Berg Snøhetta ist nicht nur ein ausgezeichnetes Wander- und Wintersportgebiet, sondern auch eine der wenigen Regionen Europas, in der es noch freilebende Moschusochsen gibt.
Die Insel Røst auf den Lofoten beherbergt mit rund 2,5 Mio Brutvögeln den größten Vogelfelsen Norwegens. Weit weniger Vögel brüten auf der südwestlich von Ålesund gelegenen Vogelinsel Runde. Diese Insel ist jedoch mit Brücken mit dem Festland verbunden und daher für Touristen und Wissenschaftler leicht zu erreichen.
Norwegen gehört zu den größten Fischerei-Nationen der Welt. Die norwegische Fischereizone reicht bis zu den Bänken von Neufundland. Gefangen werden vorwiegend Dorsch, Hering, Schellfisch, Makrele und Garnelen. Daneben hat in den vergangenen 20 Jahren die Fischzucht in so genannten Aquakulturen an Bedeutung erlangt. Vor allem Lachse und Forellen werden dort gezüchtet. Fisch und Fischprodukte nehmen 5,3% des Gesamtexports des Landes ein und sind somit der drittgrößte Exportartikel, nach Öl&Gas und Metall. Norwegen verfügte daneben über eine sehr lange Walfang-Tradition. Mit dem Verbot des Kommerziellen Walfanges 1986 ist dieser Wirtschaftszweig weitgehend in der Bedeutungslosigkeit versunken. Daran ändert auch nicht, dass Norwegen gegen das kommerzielle Walfangverbot der Internationalen Walfangkommission IWC von 1986 Widerspruch eingelegt hat und somit nicht daran gebunden ist. Norwegen betreibt als eines von wenigen Ländern weltweit nun erneut kommerziellen Walfang - wenn auch in vergleichsweise geringem Umfang. Dies findet international großen Widerspruch und wird unter anderem auch von der Europäischen Union kritisiert. (Hauptartikel: Walfang in Norwegen)
Eine weitere große Tradition hat in Norwegen die Seeschifffahrt. Norwegen weist bis heute die viertgrößte Handelsflotte der Welt auf. Gemessen am Bruttoinlandsprodukt machen Schifffahrt und Schiffbau sowie damit verwandte Branchen den zweitgrößten Wirtschaftszweig Norwegens aus. Im Jahr 2005 waren in Norwegen 863 in Norwegen registrierte Schiffe sowie 670 im Ausland registrierte norwegische Schiffe über 1000 BRT in Gebrauch.
Norwegen betreibt eine überaus restriktive Alkoholpolitik. Alkoholische Getränke ab 4,8 vol.-% können nicht in Supermärkten oder Discountern gekauft werden, sondern nur in eigens vom Staat errichteten Läden, genannt Vinmonopolet. Solche Geschäfte findet man in den meisten Städten. Die Preise liegen dabei erheblich über dem in Deutschland, Österreich oder der Schweiz üblichen Niveau. Eine Sonderstellung nehmen Getränke mit niedrigem Alkoholanteil ein. Dabei entscheidet jede norwegische Gemeinde individuell über den Verkauf. Dadurch können unter anderem einige Biere auch in gewöhnlichen Supermärkten erworben werden.
Der Alkoholverkauf ist an normalen Werktagen ab 18 Uhr, an Samstagen ab 15 Uhr eingeschränkt. Ein Verkaufsverbot gilt grundsätzlich an offiziellen Feier- und Wahltagen. Sämtliche alkoholische Getränke und Zigaretten werden nur an Personen ab 18 Jahre abgegeben, und das Trinken in der Öffentlichkeit ist verboten. Um Alkohol zu konsumieren, muss man sich auf einem Privatgrundstück befinden. Die Preise für ein Bier („Øl“) in einem gewöhnlichen Gastronomie-Betrieb liegen im mittleren bis hohen einstelligen Euro-Bereich, in Einzelfällen auch darüber. Üblicherweise sind wenigstens fünf Euro zu zahlen. In einigen Restaurants und Cafés werden allerdings alkoholische Getränke nicht einmal angeboten.
Lange Tradition haben in Norwegen die sogenannten Weihnachtsbiere („Juleøl“). Solche Biere gibt es in großer Zahl in allen nordischen Ländern; alleine in Norwegen sind mehrere Dutzend Sorten erhältlich. Sie sind schwerer und dunkler als gewöhnliche Biere. Schon zu Wikingerzeiten prostete man mit Bier um die Wintersonnenwende zu Ehren der nordischen Götter. Christliche Kreise versuchten in den 1960er-Jahren erfolglos das Juleøl zu verbieten.
Norwegen verbraucht jährlich rund 4,4 l reinen Alkohol pro Kopf und zählt damit zu den Ländern mit dem niedrigsten Pro-Kopf-Konsum von Alkohol (Deutschland: 10,2 l pro Kopf). Selbst der Spirituosen-Konsum ist mit 2,9 l pro Kopf deutlich niedriger als in anderen Ländern (Deutschland: 5,7 l pro Kopf). Mit rund 0,40 Euro für ein gewöhnliches 0,2-l-Glas erhebt Norwegen außerdem die europaweit höchste Biersteuer (Deutschland: 0,019 Euro). Die norwegischen Alkoholbestimmungen sind für Nordeuropa keineswegs unüblich. Finnland und Schweden sind für eine ähnlich strikte Politik bekannt. Nach dem Beitritt beider Staaten zur Europäischen Union (1995) näherten sich die Preise dort jedoch zunehmend den europäischen Standards an. Seither ist in grenznahen Regionen zu Norwegen ein regelrechter Alkoholtourismus zu beobachten, der sich längst nicht mehr kontrollieren lässt – die größten schwedischen Systembolaget-Filialen (schwedisches Vinmonopolet-Pendant) befinden sich mittlerweile in unmittelbarer Grenznähe. In diesem Kontext ist unter Norwegern die ironische Bezeichnung „süßer Bruder“ für Schweden längst etabliert.
Insgesamt ist der Außenhandel für Norwegen positiv (Exportüberschuss von 300 Mrd. NOK 2005). Importiert wird zu ca. 70 Prozent aus der Europäischen Union. Haupteinfuhrgüter sind Maschinen und Fahrzeuge mit knapp 40 Prozent. Der Export geht ebenfalls hauptsächlich in die EU (ca. 81 Prozent). Mit knapp 70 Prozent bilden hier die Brennstoffe den mit Abstand größten Posten.
siehe auch: Liste der größten Unternehmen in Norwegen